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Kohten / Jurten: Kohtenblätter, Jurtenplanen, Erdstreifen, Fensterplanen, Heringe, Seile

Kohten und Jurten: kleine Geschichte

Kohten und Jurten sind, kulturgeschichtlich betrachtet, völlig verschiedene Zeltformen, die aber eines gemeinsam haben: Es sind uralte Nomadenzelte. Sie unterscheiden sich aber wesentlich in ihrer Herkunft und ihrer Konstruktionsform.
Kohten stammen aus Lappland und ihr Ursprung ist wahrscheinlich in der Nomadenkultur der nördlichen Einwohner zu suchen. Darauf deuten die Größen hin (Kleingruppen- und Familienzelte), aber auch die steile Seitenwandneigung.
Das ursprüngliche Zeltmaterial war sehr wahrscheinlich Leder oder Fell, das typisch für nomadisierende Jäger ist.
Ganz anders dagegen die Jurten: Sie kommen aus den asiatischen Kulturen. Im alten turkmenischen Sprachgebrauch heißt „Jurte“ nichts anderes als „Wohnung“. Und anders als bei den nordischen Kohten ist auch die Zeltgröße. Entsprechend der turkmenisch-kirgisischen und afghanischen Tradition, mehr in Sippenverbänden als in Familieneinheiten zusammenzuleben, sind Jurten größer und geräumiger. Die Zeltwände sind hoch und senkrecht, die Dächer sind sehr flach. Das Zeltmaterial in früheren Zeiten war Filz.
Die Jurte, ein kleiner Kosmos.
Über die Jahrhunderte ist die Jurte für Ihre Bewohner zu einem heiligten kleinen Universum geworden. Die Mongolen betrachten das Dach Ihrer Jurte als das Himmelszelt und die Öffnung in der Mitte als die Sonne, das Auge des Himmels, von dem das Licht kommt. Wenn sie das Morgenopfer ins Feuer gießen, vermischt sich dessen Dampf mit dem Rauch der Feuerstelle und strebt zu den Göttern auf. Die Burjaten der Mongolei achten sorgfältig darauf, das ihr Herdfeuer niemals erlischt, denn die Schutzgottheit des Hauses wohnt darin. Es dürfen keine Abfälle ins Feuer geworfen werden, man darf nicht darin herumstochern und kein Fremder darf sich daran ein Licht entzünden. Für alle Jurtenbewohner ist die Feuerstelle ein heiliger Ort: Das „Quadrat der Erde“, und die fünf Elemente sind darin enthalten. Die Erde ist die Grundlage, Holz der Rahmen, Feuer der Herd selbst, Metall der Dreifuß darüber und Wasser im Kessel.
Für individuelle Wünsche senden wir gern unser Angebot zu.

Pflegetipp:

Planen sollten niemals gerieben, gescheuert oder in anderer Weise vermeidbar belastete werden. Andernfalls werden die Planen vorzeitig undicht. Wenn Planen einmal feucht eingepackt wurden, dann müssen sie schnellstens wieder an die Luft zu trocknen. Feuchte Planen verschimmeln in kurzer Zeit! Die Planen daher immer trocken lagern und ggf. immer wieder auseinander falten und trocknen. Wenn die Planen einmal schmutzig sind, dann lässt man die Kohte entweder aufgebaut stehen bis der Regen sie abwäscht oder der Schmutz durch die Schrumpf- und Quellbewegungen der Baumwollfasern von allein abgefallen ist. Wenn das nicht geht, dann mit viel klarem Wasser und nur mit einem sehr weichen Schwamm ganz ganz sanft den Schmutz vorsichtig abwaschen (niemals scheuern s.o.). Keine Waschmittel verwenden. Wenn die Kohte einmal undicht wird und man sie Nachimprägnieren möchte, dann kann man alles nehmen was imprägniert. Am besten sind Tauchbäder, damit das Imprägniermittel in die Faser eindringt. Wer seine Kohte oder Jurte bemalen möchte, kann ebenfalls nehmen was für Stoffe geeignet ist. Aber bitte, vorher an einer Stoffprobe testen bezüglich: a) Verträglichkeit mit den Chemikalien im Stoff (Haftung auf der Oberfläche) und b) wird der bemalte Bereicht / die Randbereiche undicht (Chemikalien der Farbe wandern im Stoff).

Kohten, Jurten und andere Großzelte richtig aufbauen

Vor allem bei der Verspannung von Jurtendächern und anderen Großbauten aus Kohten- und Jurtenplanen kommt es immer wieder zu Schäden an den Metallösen. Auf den Ösen liegen allein schon durch die Verspannung starke Belastungen. Dazu kommen zum Teil erhebliche Windlasten. Die Ösen müssen sich dabei zwangsläufig aus dem Stoff schneiden, wenn zu der Zugbelastung noch eine Verkantung der Öse im Stoff kommt.
Tipp:

  •     Die Spannschnüre bitte so lang wie möglich, keine steilen Spannwinkel!
  •     Die Spannschnüre nach Möglichkeit oben an der Spitze der Seitenstange (und nicht an den Planenösen) befestigen!
  •     Die Spitze der Seitenstange so stark wie möglich wählen, damit die Öse nicht verkanten kann.

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